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Auswandern nach Kreta – Fragen und Antworten

Mitte Juni sind wir, das sind mein Mann Manoli, unser Sohn und ich von Frankfurt nach Kreta gezogen. Zu diesem Schritt gibt es auf Instagram immer wieder viele Fragen, die ich hier einmal beantworten möchte:

Wie kamt ihr auf die Idee? So ganz wissen wir gar nicht mehr, wann und wie die Idee genau entstand. Auf jeden Fall waren wir 2016 das erste Mal gemeinsam auf Kreta und waren sofort hin und weg. Ich weiß noch, wie ich an einem Strand stand und sagte „Ich habe nie im Leben gedacht, dass ich solche paradiesischen Strände jemals sehen werde.“, ich dachte sowas gibt es in Europa nicht. Wir kamen dann häufiger hier her und woran wir uns noch erinnern können, ist dass wir 2018 in einer Bucht lagen, auf ein tolles Airbnb schauten und dachten: „Da zu leben muss der Hammer sein“. Wir haben uns dann länger mit der Idee „Ferienhaus“ befasst, haben 2022, als wir während der Elternzeit zwei Monate hier waren, mehrere Häuser angeschaut und überlegt, ob wir eins kaufen und dann versuchen, es teils als Airbnb, teils als Ferienhaus zu nutzen, aber die aktuelle Situation schien uns dafür nicht sinnvoll und irgendwann haben wir dann überlegt, jetzt einfach zur Miete herzukommen, solange ich gut online arbeiten kann und unser Sohn noch an keine Einrichtung gebunden ist. Und dann ging alles ganz schnell, wir haben über eine Maklerseite eine Wohnung in einem Traumhaus gefunden, haben sie an Ostern online besichtigt und eine Woche später war Manoli zum Vertrag unterschreiben hier, wir haben gepackt und wohnen jetzt seit 5 Wochen im Paradies.

Wie habt ihr das Haus gefunden und was ist es für eins? Wie schon gesagt, über einen Makler. Es ist das unterste Stockwert eines freistehenden Hauses mit riesen Garten, etwas weiter oben im Berg mit Blick auf eine Bucht. Die Vermieter:innen wohnen in den anderen beiden Stockwerken und sind auch ein deutsch-griechisches Ehepaar – an Zufälle glaubt hier niemand 🙂

Wie könnt ihr euch das leisten? Was arbeitet ihr? Die Frage wurde ein paar Mal auf verschiedene Weise gestellt und ich möchte unbedingt sagen: Ich glaube viele glauben, dass das Ganze deutlich teurer war/ist, als es tatsächlich war/ist. Klar, ein Umzug kostet immer etwas Geld, eine Makler-Provision haben wir auch bezahlt, die Reisekosten sowieso und ein wenig neue Einrichtung. Dennoch glaube ich, dass ein Umzug in Deutschland kaum günstiger ist. Und man muss bedenken: Hier auf Kreta verdienen die Menschen viel weniger, als in Deutschland und deshalb sind die Mieten viel günstiger. Für dieses Paradies bezahlen wir nicht mehr, als für unsere Wohnung in Frankfurt. Da ich quasi „deutsch“ bezahlt werde, ist das ein großer Vorteil und ansonsten leben wir hier deutlich deutlich günstiger, als in Frankfurt. Lebensmittel sind günstiger, die Gastronomie auch und für das, was für uns Lebensqualität bedeutet, nämlich am Meer zu sitzen, bezahlen wir in dem Sinne nichts. Ich glaube, wer wirklich auch auswandern möchte, wird da finanziell immer Wege finden, auch wenn es vielleicht heißt, den gewohnten Lebensstandard etwas herunterzuschrauben.

Habt ihr euch schon eingelebt? Wir haben alle ein paar Wochen gebraucht, um uns in der neuen Umgebung wohlzufühlen. Es fühlt sich langsam wie ein Zuhause an, auch wenn es immer noch eher wie eine Parallelwelt zu beschreiben ist. Es ist weder Urlaub, noch normaler Alltag.

Sprichst du griechisch? Ich lerne. Ich verstehe schon ziemlich gut, beim Sprechen scheitert es oft vor allem am Mut 🙂

Wie lange bleibt ihr? Also wir haben schon einen Zeitraum, den wir als Ende eingeplant haben, aber ob es dabei bleibt, können wir absolut nicht sagen. Ohne jede Tendenz, wir gucken, was passiert

Geht euer Sohn in die Kita? Aktuell nicht, aber er wäre auch in Deutschland bis drei Jahre nicht in die Kita gegangen. Durch meinen sehr flexiblen Job, schaffen wir es im Moment so noch sehr gut und wir haben eine Babysitterin, mit der wir uns gerade in der Eingewöhnung befinden. Nach ihr wurde auch schon gefragt, wir kennen sie seit letztem Jahr und es hat sich dieses Jahr durch einen Zufall ergeben.

Vermisst ihr Frankfurt? Frankfurt an sich nicht. Wir hatten ein wenig Sorge, weil wir z.B. mit einem Supermarkt um die Ecke sehr verwöhnt waren, aber auch hier ist 5 Minuten entfernt ein Supermarkt, der fast rund um die Uhr und sogar sonntags offen ist. Richtiges Einkaufen müssen wir also immer noch nicht lernen 😀 Ansonsten klar, es wäre noch schöner, wenn unsere Familien auch hier wären, aber zum Glück hatten wir schon und bekommen wir auch ganz viel Besuch. Meine Pferde fehlen mir phasenweise sehr. Nach denen wurde auch gefragt, die leben im Pferde-Paradies und es wäre hauptsächlich egoistisch, sie mitzunehmen. Sie sind bestens versorgt.

Welchen Tipp gibst du zum Auswandern? Hier habe ich länger nachgedacht und ich glaube, ich würde sagen, dass man nicht erwarten sollte, dass plötzlich „alles gut“ ist. Klar, wir sind hier super happy und aktuell auch mehr als vorher in Frankfurt und dennoch nimmt man Sorgen, Themen, Schwierigkeiten ja in der Regel mit, wenn sie nichts mit dem Ort zu tun haben. Wir sind hier noch dieselben Menschen, wie vorher und das wird sich nicht ändern. Herausforderungen kommen gerade in der Anfangszeit ja sogar noch neue hinzu, weil man sich neu organisieren muss etc. Also würde ich zusammenfassend sagen, für uns ist der Schritt so so toll, wir lieben Kreta so sehr, sitzen immer wieder ungläubig da, dass unser Traum Wirklichkeit geworden ist und gleichzeitig hat sich auch gar nicht so viel für uns verändert.

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